Was ist der Unterschied zwischen einem Lymphödem und einem Lipödem? Kann ich beides bekommen?

Lipödem / Lymphödem

Das Lymphödem und das Lipödem sind zwei komplett unterschiedliche Krankheiten. Es ist jedoch möglich, dass beides, sowohl ein Lymphödem als auch ein Lipödem, auftreten.

Das Lymphödem ist eine chronische Erkrankung, die durch geschädigte oder nicht vorhandene Lymphgefäße verursacht wird. Die Lymphgefäße bilden zusammen mit den Lymphknoten und den Lymphkapillargefäßen das Lymphsystem. Das Lymphsystem hat verschiedene Funktionen, unter anderem regelt es den Flüssigkeitshaushalt des Körpers und bekämpft Infektionen. Bei einem Lymphödem kann die Lymphe (eine eiweißreiche Flüssigkeit, die durch die Lymphgefäße fließt) nicht richtig abfließen und verursacht daher Schwellungen in dem betroffenen Gewebe. Lymphödeme können in jedem Alter und sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten.

Im Gegensatz zu einem Lymphödem wird ein Lipödem durch eine Ansammlung von Fettgewebe verursacht, was zu Schwellungen, Missempfindungen und Schmerzen führt. Ein Lipödem tritt meist in symmetrischer Form und Größe auf und betrifft die Beine, manchmal auch die Arme. Der Körper oberhalb der Hüfte sowie Hände und Füße sind in der Regel nicht betroffen. Lipödeme führen oftmals zu einem Missverhältnis in der Körperform – mit einer schmalen Taille und breiteren Hüften und Oberschenkel. Ein Lipödem tritt häufig in Verbindung mit hormonellen Veränderungen auf, die durch die Pubertät, die Antibabypille, eine Schwangerschaft, die Wechseljahre oder durch Phasen von Gewichtszunahme ausgelöst werden können. 

Lymphödeme und Lipödeme können gemeinsam auftreten und auch dasselbe Körperteil betreffen. Laut Experten sind bis zu 85 % der Lipödem-Patienten von Fettleibigkeit betroffen, die oftmals der Grund dafür ist, dass Lipödem-Patienten auch ein Lymphödem entwickeln.