Kompression während der Schwangerschaft

“Wie soll denn der Babybauch da noch reinpassen?”

Kompression während der Schwangerschaft

“Wie soll denn der Babybauch da noch reinpassen?” Eine Frage die ich mir als Lipödem-Betroffene sehr früh in der Schwangerschaft gestellt habe. Denn meine Lipödemerkrankung wird mich durch die gesamte Schwangerschaft begleiten. Kurz zu mir: Mein Name ist Joana, ich bin 28 Jahre alt und ich trage meineFlachstrickkompression seit Anfang 2019, denn dort erfuhr ich das ich an Lipödem erkrankt bin.

Nach 3 Operationen an den Beinen und der noch immer anhaltenden Heilungszeit, ist mir bewusst geworden, dass ich trotz Liposuktion nicht komplett ohne Kompression zurechtkomme.Vermehrt fiel mir auf, dass meine Knöchel am Ende des Tages gestaut waren und tagesformabhängig hatte ich oft schwere Beine. Deshalb entschied ich mich dazu, auch nach den Operationen meine Kompressionsstrumpfhose von Jobst zu tragen. Heute bin ich bereits schon im 9. Monat der Schwangerschaft, es ist Juli und Tag für Tag wird es wärmer. Wenn ich zurückblicke, kann ich mit Erleichterung sagen, dass ich bis hier eine wirklich unkomplizierte Schwangerschaft hatte. Trotzdem machen mir die ansteigenden Temperaturen so langsam zu schaffen, denn als Lipödem-Betroffene hat der Sommer leider auch eine negative Seite. Denn Wärme begünstigt leider eine vermehrte Wassereinlagerungen in meinen Beinen. Zusätzlich ist vielen von Euch wahrscheinlich bereits bekannt, dass es aufgrund von Hormonveränderungen und einer höheren Blutmenge im Körper in den meisten Schwangerschaften zu Ödemen in den Extremitäten kommen kann. Die geschieht völlig unabhängig davon ob bei den Frauen zuvor ein venöses-, arterielles oder lymphatisches Problem vor lag. Bei mir liegt also leider eine Kombination aus Lipödem und Schwangerschaft vor. Umso erleichterter bin ich nun, dass ich eine Kompression besitze, die mir und meinem Baby guttut.

Als der Bauch an Wachstum zu nahm, habe ich mich im Sanitätshaus erneut vermessen lassen. Wie zuvor auch, habe ich mich für eine Elvarex Strumpfhose entschieden. Dieses Mal jedoch mit Umstandskeil, somit kann der Bauch problemlos mitwachsen. Natürlich ist es nicht immer leicht, gerade an den warmen Tagen die Kompression zu tragen, aber neben Ödemen kann sie außerdem Rückenschmerzen, Schwindel und Übelkeit lindern.

Neben der Kompressionstherapie möchte ich dir noch ein paar weitere wertvolle Tipps mit auf den Weg geben, die mir in der gesamten Schwangerschaft weitergeholfen haben:  

Meine 7 Tipps für entstaute Beine:


Beine hochlagern = z. B. mit Hilfe eines Hockers, eines Venenkissens oder einen Stapel Kissen. Dies fördert den venösen Rückstrom, nutze es in deinen Ruhepausen und auch zur Nacht.


Kompressionsversorgung nach ärztlicher Anordnung tragen = Lass dich von deinem Gynäkologen beraten welche Art von Kompression für dich die beste Wahl ist, dieser wird dir auch das nötige Rezept dazu ausstellen. Zur Auswahl steht eine Rundstrick- oder Flachstrickkompression. Außerdem kannst du wählen zwischen Kompressionsstrümpfen oder einer Kompressionsstrumpfhose.

Lymphomat/Gleitwellen Massage-Gerät (von Krankenkasse oder Privatkauf) = Führe jeden Abend eine Einheit in deinem Massagegerät durch, um deine Beine auf den nächsten Tag vorzubereiten.


Viel trinken = Achte auf täglich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr von Wasser oder ungesüßten Tees (mindestens 2L täglich).


Gesunde Ernährung = Setze auf eine leicht verdauliche-, ballaststoff- und vitaminreiche Frischkost. Bewegung und Sport = Spaziergänge am kühlen Morgen oder Abend regen die Venenpumpe an. Auch ein leichtes Radfahren und regelmäßiges Schwimmen (in Absprache mit deinem Arzt) kann Linderung bringen.


Wechselduschen und Fußbäder = Bei Wassereinlagerungen in den Füßen und Beinen lindern warm/kalte Wechselduschen und Fußbäder, diese kannst du auch zwischendurch mehrmals täglich durchführen.

Eure Joana

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Claudia Lymphödem-Betroffene

Claudia